Windowsdesktop auf dem Linux-Rechner

In vielen Unternehem finden sich ausschließlich Windows-Rechner vor und einige Programme laufen einfach nur gescheit unter Windows. Obwohl sich einiges mit Wine auch unter Linux realisieren läßt, bleiben einige Funktionen oder einfach nur die Performance auf der Strecke. Z.B. Photoshop. Obwohl Gimp mittlerweile außerordenlich leistungsstark ist, kann es in manchen Bereichen "dem Original" einfach nicht das Wasser reichen.
 
Wer also nicht auf eine Windows-Basis verzichten kann, aber eigentlich viel lieber unter Linux arbeiten will, dem bietet der Remotedesktop eine wunderbare Alternative. Da in vielen Unternehmen ohnehin Windows Terminalserver zum Einsatz kommen und adererseits jedes Windows XP als "kleiner Terminalserver" verwendet werden kann, bleibt man einfach vor seinem Linux-PC sitzen und holt sich nur für die Arbeiten einen Windowsdesktop "herüber", für die es nötig ist. Auf einem Terminalserver ist dazu nur ein Account nötig, auf einem XP-Rechner muss erst unter den Eigenschaften des Arbeitsplatzes (rechte Maustaste auf das Desktopsymbol), bei der Karte "Remote" ein Haken bei "Benutzern erlauben, eine Remotedesktopverbindung herzustellen" gesetzt werden. Für den User, mit dem man sich anmelden will, muss ein Passwort gesetzt sein und er muss in der Gruppe der Remotedesktopbenutzer eingetragen sein (alle Hauptbenutzer und Administratoren sind das standardmäßig).
 
Auf dem Linuxrechner muss das Paket rdesktop installiert sein. Aufgerufen werden kann es dann mit verschiedenen Parametern:
z.B. so:
 
rdesktop -g 1024x768 -a 24 -k de -u user1 -T Fenstername 192.168.1.20

Das bewirkt, dass vom Rechner mit der IP-Adresse 192.168.1.20 der Desktop aufgerufen wird, und zwar mit
- einer Auflösung von 1024x768 Pixeln
- einer Farbtiefe von 24 bit
- einem deutschen Tastaturlayout
- dem Benutzernamen user1
 
Weiter nützliche Parameter gibt der Aufruf rdesktop --help aus. U.a.:
-p für das Passwort
-f für Fullscreenmode
 
In einer Umgebung, in der ohnehin nur Terminalclients zum Einsatz kommen sollen, kann man so getrost auf den Einsatz von Windowsclients verzichten. An den Terminalserver werden dann nur Rechner mit Linux und installiertem rdesktop angeschlossen. :-)